Die
Wiener Börse wurde 1771 zur Zeit Maria Theresias gegründet. Zunächst wurden nur
Anleihen, Wechsel und Devisen gehandelt. Eigene Makler sogenannte Sensale sorgten für
einen reibungslosen Handel. Für die Vermittlung der Geschäfte erhielten die Makler eine
Provision. An manchen Tagen versammelten sich über 2000 Menschen in der Börse, um ihren
Geschäften nachzukommen. Aktien wurden erstmals im Jahre 1818 gehandelt. Die erste
Aktiengesellschaft, die an der Wiener Börse notierte, war die Österreichische
Nationalbank. Aufgrund der damaligen politischen und wirtschaftlichen Bedeutung der
Habsburg-Monarchie, erlangte die Wiener Börse bald internationales Ansehen. Inzwischen
waren neue Regelungen und Börsengesetze nötig geworden, um den immer lebhafteren Handel
in geordneten Bahnen abwickeln zu können. Der nun einsetzende wirtschaftliche Aufschwung
brachte aber auch eine Unzahl an höchst spekulativen Gesellschaften an die Börse. Am
Ende stand der Börsenkrach im Mai 1873. In der Folge verschwanden rund 90% aller
Aktientitel vom Kursblatt. Es dauerte Jahrzehnte bis sich die Börse von diesem Schock
erholen konnte. Mittlerweile zog man 1877 in das von Theophil Hansen konstruierte
Börsegebäude am Schottenring, da die Räumlichkeiten in der Herrengasse zu klein wurden.
Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges standen wieder Anleihen im Mittelpunkt. Die folgenden
Weltkriege hinterließen auch an der Wiener Börse ihre Spuren. Erst in den sechziger
Jahren war ein langsamer Aufwärtstrend zu verzeichnen. So wurden beispielsweise wieder
ausländische Aktienwerte zum Handel zugelassen. Der österreichische Aktienmarkt erlebte
erst in den späten Achtzigern seine Renaissance. Die Einführung des elektronischen
Handelssystems PATS und ein neues Börsegesetz im Jahre 1989 unterstützten diese
Entwicklung. Ein wichtiger Meilenstein war sicherlich die Einführung des deutschen
XETRA-Handelssystems im Jahre 1999. Dadurch konnte der Marktplatz Wien für ausländische
Investoren und Händler noch attraktiver gestaltet werden. Im Herbst 2000 kam es zur
bisher größten Börsentransaktion der österreichischen Geschichte. Der Börsegang der
Telekom Austria AG erreichte einen Emissionswert von rund 14 Milliarden Schilling. Im
März 2002 eröffnete die EXAA (Energy Exchange Austria) an der die Wiener Börse AG
beteiligt ist, den Stromhandel. Neben den ureigensten Funktionen einer Börse tritt unser
Unternehmen auch erfolgreich als Consulter und Datenprovider im Finanzsektor auf. Die
Wiener Börse wird so einem modernen Bild einer Börse gerecht. |